Rainer Berger

Früher Leistungssportler – heute Wachrüttler

Rainer Berger hat Sportwissenschaften und Germanistik an den Universitäten in Bielefeld und Paderborn studiert. Sport war schon immer seine Leidenschaft. Als erfolgreicher Leistungssportler im 100 Meter und 200 Meter Sprint (u.a. Deutscher, Westdeutscher und Bayerischer Meister) sowie im Bobsport (2 Weltcup-Einsätze für Deutschland) war sein Leben immer vom Sport bestimmt. Heute bezeichnet er sich als Fitness- und Gesundheitssportler und als Wachrüttler mit der Mission, die Welt  ein Stück gesünder zu machen.

„Man muss aufgeben aufzugeben!“

Warum es nicht gleich der Marathon sein muss

„Keine Zeit“ ist wohl die beliebteste Ausrede, wenn es darum geht, sich nicht sportlich zu betätigen und auf die Ernährung zu achten. Viele machen den Fehler, in der „Ganz oder gar nicht“- Einstellung zu leben. Jeden Tag eine Stunde bewegen und das Essen vorkochen passt nicht in den Zeitplan, also holt man sich unterwegs ein schnellen Snack und verbringt die freie Zeit auf der Couch.

Rainer Berger erklärt mir in unserem Interview, dass diese Einstellung falsch ist. Er hält nichts von Radikalität, denn es muss nicht immer gleich der Marathon sein und aus einem Nicht-Sportler muss man keinen Top-Sportler machen. Jeder hat andere Motive, Bewegung in sein Leben zu integrieren. In jedem Fall sind es die Kleinigkeiten, die Großes bewirken können. Sie können die Lebensqualität maßgeblich verbessern und Gesundheit bis ins hohe Alter bewirken. Dieses Argument von Rainer hat mich besonders überzeugt: Wenn wir mit 67 erst in Rente gehen, dann wollen wir danach doch auch noch unser Leben genießen können.

Aktives Wohlfühlen

Aktives Wohlfühlen ist das Lebensmotto von Rainer Berger. Weil Sport Teil seines Lebens ist, ihn gesund und glücklich macht und weil er sich einfach wohl fühlt, wenn er sich bewegt.

Die Welt soll gesünder werden. Rainer hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit seinem Lebensmotto Menschen anzustecken, wachzurütteln und zu inspirieren. Denn das Leben, so Rainer, besteht aus Spannung und Entspannung. Er nennt es die Life-Balance. Wenn wir trainiert haben, ist Entspannung völlig in Ordnung und wichtig. Aber wer durch Sport ausgeglichen ist, kann mit körperlichen und psychischen Belastungen besser umgehen. Auch für Unternehmen ist es wichtig, das zu begreifen, denn gesunde Mitarbeiter sind bessere Mitarbeiter.

Tipps für ein gesünderes Leben

Ich habe Rainer gefragt, was seine besten Tipps für ein Leben mit aktivem Wohlfühlen sind.

  1. Date yourself

Mach Termine mit dir selbst. Speichere dir Erinnerungen in dein Handy ein, die dich aufwecken. Denn deine Gesundheit, dein Körper und dein Geist sind es wert, dass du dir Zeit für sie nimmst.

  1. Individuelles Ziel setzen

Jeder muss sich entsprechend seiner Möglichkeiten und Wünsche ein individuelles Ziel setzen. Dabei ist es wichtig, jede Kleinigkeit zu respektieren. Jeder kleine Schritt ist ein Schritt nach Vorn.

  1. Training ist nie verlorene Zeit

In jedem Fall aber lohnt es sich, Bewegung in das Leben zu integrieren, denn Training ist nie verlorene Zeit. Die Zeit, die du in Sport investierst, kommt dir an einer anderen Stelle wieder zugute.

  1. Nahrung ist ein LEBENsmittel

Das Thema Ernährung wird immer unterschätzt. Nahrung sollte nicht als Ersatzbefriedigung gesehen werden, sondern als LEBENsmittel. Denn „du bist, was du isst“. Die Ernährung beeinflusst nicht nur unser Aussehen, sondern auch Müdigkeit, Laune, Haut und Ausstrahlung.

  1. Auch beim inneren Schweinehund bist du der Herr im Haus

Es ist völlig in Ordnung, wenn der Schweinehund an einem regnerischen Tag mal den Kampf gewinnt. Aber an jedem anderen Tag musst du ihm zeigen, wer der Herr im Haus ist!

  1.  Routine und Gewohnheit

„Die Gewohnheit ist ein Seil. Wir fügen jeden Tag einen Faden hinzu, bis wir es nicht mehr zerreißen können.“

Damit dein Körper versteht, dass Bewegung zu seinem Leben gehört, musst du ihm mindestens zwei Wochen Zeit geben. Dann wird es zur Gewohnheit und der innere Schweinehund hat keine Chance mehr.

Also: Schluss mit den Ausreden

„Die Woche hat 168 Stunden – im Schnitt schlafen wir acht – es bleiben also 112 Wachstunden – Es muss doch möglich sein, drei Stunden in Bewegung zu investieren!“

Rainer Berger hat so viele Argumente für ein bewegtes Leben, dass ich beim Interview am liebsten von meinem Bürostuhl aufgesprungen wäre, um eine Runde Laufen zu gehen. Ein letztes Argument, das mich besonders wachgerüttelt hat, möchte ich euch nicht verheimlichen.

„Die Menschen kümmern sich um ihre materiellen Gegenstände, beispielsweise ihre Autos, aber nicht um ihre Körper.“

Rainer hat Recht. So viele Menschen begreifen noch nicht, welches Potenzial Sport für ihre Gesundheit und für ein besseres, glücklicheres Leben hat. Man muss sich Gesundheit erarbeiten, wie jedes andere Gut. Aber es ist es sowas von wert!

 

Vielen Dank für das tolle Interview, Rainer! 🙂


Beitrag: Mirjam Zeitler

Fotos: Saskia Wehler Photography

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