milon Zirkeltraining im Beyers Aktivpark.

Die Zeit fliegt, ich bin jetzt 50. Fünfzig, das waren die alten Leute damals in den 80ern. Ich fuhr einen Golf 2 und mein Freund Walter hat ein Fitnessstudio gepachtet. Erst Pumpen und dann ab in die Disco. Heute sagt man Club dazu. Genauso wie keiner mehr Joggen oder Gymnastik sagt. Jede Zeit hat ihre Sprache, nur das Prinzip von Körper, Geist und Seele ist über Jahrtausende überliefert. “Gymnastik” steht in meinem Fitnessstudio über dem Kursraum. Auf dem Trainingsplan stehen neue Begriffe wie Yoga, Bellicon, Functional Training und Faszientraining. Zu Walters Zeiten undenkbar, Yoga im Fitnessstudio, Skigymnastik, OK, aber “Tai Chi” war für den Bodybuilder der 80er maximal ein exotisches Gericht auf der Speisekarte.

Den Körper fordern.

“Sitzen ist das neue Rauchen” – Foto entstanden bei der Abstimmung mit Frank Schmittlein

Doch zurück zu mir, dem 1971er Berufsjugendlichen. Seit 30 Jahren bin ich Designer, hab drei Firmen gegründet, zwei Vereine und verdiene unter dem Strich mein Geld mit “Tippen und Telefonieren”. Na gut, ab und zu Denken, Essen, Kaffeetrinken und Quatschen, die meisten Muskeln in meinem Körper sind im Beruf jedenfalls chronisch unterfordert. Wie halte ich mich fit? Was hat Fitness mit meiner Karriere zu tun? Und welche Zufälle haben mich zu dem Menschen gemacht der ich heute sein darf? Ich will mal ganz vorne anfangen:

Es dem Leib recht machen.

Den Nachnamen hat mein Großvater Johann Leibrecht (ein schlanker, sportlicher liebevoller Opa) aus dem Bayerischen Wald nach Franken importiert. Erst heute erkenne ich was er für mich bedeutet. Und noch mehr für die Frau mit der ich seit 17 Jahren verheiratet bin. Iris hat ihren alten Namen (Beyer) abgelegt und jetzt einen zu Ihrem Berufsbild passenden Namen im Ausweis stehen. Zusammen mit meinen Schwiegereltern betreibt Sie die das Fitnessstudio “Beyers Aktivpark GmbH” in Zirndorf, Achtung, Ortsteil “Leichendorf”. Zum Spaß habe ich mit einem befreundeten Bestattungsunternehmer dort schon einmal an Ortsschild posiert. Veröffentlicht habe wir das Foto nie, zu makaber vielleicht.

Iris und Michael Leibrecht im Fitnessstudio

Bis 50 willst Du gut aussehen. Über 50 willst Du nur noch überleben.

So oder so ähnlich hat das die Fitnessstudio-Legende Werner Kieser einmal zu mir gesagt. Gott hab ihn seelig. Er ist mit 80 gesund und fit eines Morgens nicht mehr aufgewacht. Über die Jahre konnte ich auf der FIBO in Köln oder Veranstaltungen von Lieferanten und Medien die mit Iris kooperieren so viele inspirierende Menschen treffen das mein neuer “Fitness Lifestyle” eine dreistellige Anzeige auf meiner Waage endlich überflüssig machte.

Mit meiner Werbeagentur (machen.de) einfach nur Namen, Logos und Kampagnen für Fitnessstudios zu entwickeln war mir zu billig. Ich wollte tiefer eintauchen, fast unvermeidbar durch meine familiären Umstände. Meine Ausbildung zum Fitnesstrainer bei der BSA hat richtig Bock gemacht!

Frustessen war keine Lösung mehr, Zuckerfallen wurden plötzlich sichtbar und die Wirkung der durch Muskeltraining erzeugten Hormoncocktails machte jede Trainingseinheit zur Happy Hour. Bessere Laune. Mehr Ideen. Bessere Gespräche mit Mitarbeitern und Kunden. “Die Heilkraft der Muskeln” titelte einst das Magazin “Der Focus”. Zusammen mit der erholsamen Kraft des Waldes und der Wirkung von Yoga auf Atmung, Achtsamkeit, Dankbarkeit und die Kraft des Augenblicks praktisch eine Art Erleuchtung. Flow in meinem Beruf als Geschäftsführer, Coach und Dozent durch Fitnessstudio, Laufen (im Wald bei jedem Wetter spürst Du Dich erst ganz) und Yoga. Fitness wirkt. Nicht nur auf den Körper.

Yoga bei meiner Frau Iris im Beyers Aktivpark

Wer mit Captain Zufall unterwegs ist entdeckt jeden Tag ein neues Wunder.

In meinem Buch quatschen.de (na ja, ist mehr ein Kunstprojekt als ein Buch. Starke Illustrationen von Kiril Kogan, viele Gastbeiträge. Möglich gemacht durch viele Unterstützer auf der Crowdfunding-Plattform Startnext) schreibe ich von Captain Zufall der im Leben mehr bestimmt als wir Wahrhaben wollen. Hier ein paar wenige Beispiele.

Zuhause im Landkreis Fürth

Zufall: Das beschauliche Herzogenaurach, die Heimat von adidas, ist nur vier Dörfer von meiner Heimat Zirndorf entfernt. Die Welt kennt (und liebt) diese Sportmarke und ich habe das Glück fast ein “Nachbar” zu sein.

Zufall: Einheiraten in eine Fitness-Familie hat für einen Sammler von deutschen Internet-Adressen (facebook.de hatte ich auch mal, hab ich 2007 an die französischen Anwälte von Zuckerberg verkauft) nur eine logische Konsequenz: Suchen welche Coolen Adressen noch frei sind. Auf Sedo hab es FITNESSBLOG.DE für 200 Euro. Sofort gekauft.

Joggen im Stadtwald Fürth “vor der Haustüre”

Zufall: Kurz nachdem die Internet-Adresse bei mir gelandet ist landet eine sensationelle Bewerbung in meinem Briefkasten: Mimi (Mirjam Kocher) aus Ammerndorf bewirbt sich als Werkstudentin. (Ammerndorf.de hatte ich auch lange Jahre reserviert bis die Gemeinde auf die Idee kam Eigenbedarf anzumelden) Mirjam? Die kannte ich schon als kleines Mädchen weil ich für das Marktcafe der Eltern gearbeitet habe. Heute eine kluge, herzliche und in Fitness verliebte junge Frau. Bingo! Mimi erweckt den Blog zum Leben. Ihre Beiträge sind Gold wert. Werbekunden werden auf uns aufmerksam. Aus dem Studentenjob wird eine langjährige Zusammenarbeit. Besser geht es einfach nicht!

Zufall: Adidas schreibt mich per E-Mail an (mich, den alten Sack, nicht die junge und sportliche Mimi die sich inzwischen im Thema Nachhaltigkeit und Fitness bei Instagram einen Namen gemacht hat). Kooperation? Na klar! Sehr gerne. Und so ist dieser Artikel entstanden. Und die Idee das ich mit meiner Frau Iris jetzt regelmäßig über Fitness bloggen werde. Fitnessstudio, Laufen und Yoga. Und was uns als Fitness- und Kommunikations Eheleuten sonst noch so in die Arme fällt. Wir bloggen. Für Dich. Für eine Branche die über 200.000 Leute in Deutschland beschäftigt, mehr als 4 Mrd. Umsatz macht und die von den Corona-Maßnahmen hart getroffen wurde. Teilweise mehr als ungerecht behandelt wird wie die Allianz für Fitness und Gesundheit festgestellt hat. Doch dazu schreiben wir in einem anderen Beitrag etwas. So und jetzt #rausundmachen – Viel Spaß wünscht Micha, der seit diesem Jahr den Hashtag #fitover50 bei Instagram (@leibrecht) verwenden kann 🙂

Der Leibrecht freut sich über Post

Produkte von adidas die ich in diesem Beitrag trage und die mich zum „machen“ motivieren:

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