Makellose braune Haut, immer perfekt gestyled in der besten Pose, natürlich auch beim Selfie im Schlafanzug auf dem „messy bed“. Es gibt grüne Smoothies, Workouts und Yoga Routines jeden Tag, vegane Proteine und natürlich keinen Zucker.

DIE MEISTEN INFLUENCER SIND DURCH UND DURCH PERFEKT. Zumindest auf Instagram.

Und das ist der Einfluss, den sie auf uns haben. Dass sie uns zeigen, wie perfekt sie sind und uns das Gefühl geben, dass wir schlecht sind. Weil wir auf dem Weg ins Büro eine Butterbreze beim Bäcker holen und nicht um 5 Uhr morgens aufgestanden sind, um ein Morgenritual für ewige Schönheit zu vollziehen. Sie zeigen uns meist nur ihre beste Seite. Nicht die 98 Schlechten von den 100 Selfies und nicht die Heißhungerattacke sondern das healthy meal prep. Sie schummeln ein perfektes Leben, das uns dann wiederum influenced und uns sagt: Was kannst du eigentlich?

Was ich kann? Absolut nicht perfekt sein.

Ich bin ein Profi im Cheaten, liebe Schokolade und Pizza, habe Kalorien zählen schon lange abgeschworen und von grünen Smoothies wird mir schlecht. Meine Oberschenkel sind nicht frei von Dellen und meinen Sixpack behüte ich achtsam unter einer kleinen Speckschicht.

Eins tue ich bestimmt nicht: Fitness und gesunde Ernährung schlecht machen. Denn ich liebe Sport und bin überzeugt, dass uns ein gesunder Lebensstil zu glücklicheren Menschen macht. Fitness tut der Seele gut, macht stärker nicht nur außen, sondern auch innen. Es macht uns gesünder, vitaler und selbstbewusster und damit am Ende auch immer glücklicher.

Eine sportliche Figur macht außerdem auch Spaß, weil man sich einfach wohler und schöner fühlt – und ganz nebenbei auch noch mehr essen kann weil die Muskeln so schön viel verbrennen. Aber Fitness hat eben nicht zwingend etwas mit einem perfekt geformten, makellosen Model-Körper zu tun, oder?

Schnauze voll von dem perfekten Schein

Das Thema Influencer hatte ich auch neulich mit meiner guten Freundin @alxi_rose, die mir erzählte, dass sie einer ihrer vorherigen Lieblings-Instagramerinnen jetzt entfolgt ist, weil sie die Schnauze voll hat von der (geschummelten?) Perfektion.

Alexandra, 27 (Jurastudentin im Referendariat)

Anfangs denkt man sich ja echt noch: WOW, die ist sympathisch. Macht viel Sport, nimmt sich selbst nicht zu ernst, lacht auch mal über sich selbst. Man identifiziert sich mit einem Instagramer, findet Sympathien. Nach einer Zeit entwickelt sich dann so ne kleine Vorbildfunktion. Man verzichtet selbst auf raffinierten Zucker, bemüht sich, regional zu essen, versucht 6x die Woche Sport zu machen, eben alles was dieser Instagramer so macht.

So hetzt man einem perfekten Äußeren hinterher, hat höhere Ansprüche an sich selbst, ist quasi immer unzufrieden. Das „Normale“ ist nicht mehr gut genug, man will mehr. Körperlich fit sein, attraktiv sein, gesund sein, Einfluss haben, etwas bewegen. Eben alles, was diese Influencer haben…

Doch dann merke ich: da kommt etwas gewaltig zu kurz. Das Leben!!! Ich hab keinen Spaß mehr, ich versuche krankhaft einem Idol nachzueifern, werde aber immer wieder enttäuscht. Den Sport kann ich nur 4x die Woche machen, bin deprimiert und mein Freund ist enttäuscht, weil ich nicht mehr mit ihm schlemme. Wie machen die das immer nur alle?

Aber nicht nur das: Sie schaffen ja noch viel mehr. Rollen sich täglich über blackrolls, haben tägliche Routinen, machen Yoga, kochen vor, aber essen doch täglich was anderes selbst angebautes aus dem eigenen Garten, trinken täglich komisch gemischte Getränke, die man ohne Würgereiz kaum runter bringt, ernähren sich vegan oder gehen auf das Oktoberfest einfach um gut auszusehen – trinken natürlich kein Bier oder essen keine Breze. Niemals!

Diese geschummelte Perfektion frustriert und nervt mich immer mehr, die Influencer verlieren ihren Reiz, ich befreie mich und drücke „unfollow“.

Jetzt gestalte ich mein Leben wieder wie zuvor, verbringe mehr Zeit mit meinem Freund, schlemme auch mal wieder gerne, bin nicht unzufrieden, wenn ich nicht alles schaffe, was ich mir vorgenommen habe und vor allem bin ich glücklich mit meinem Leben, denn ich weiß, dass der Tag auch für alle anderen nur 24 Stunden hat und es nicht immer möglich ist diese ganzen Rituale täglich auszuführen. Leider dauert es manchmal etwas, bis man auf diese Erkenntnis kommt, aber lieber spät, als immer einem perfekten Schein hinterher zu laufen, der viel unglücklicher macht.

BE YOURSELF!!


Also ja, mal ehrlich, keiner von uns ist absolut perfekt oder? Und ist es nicht viel schöner, die sozialen Medien zu nutzen, um uns gegenseitig zu motivieren und zu inspirieren, aber eben auch unsere Schwächen zu zeigen? Denn das verbindet doch viel mehr. Also ich verspreche hiermit, sollte ich irgendwann vooooll die krasse Influencerin werden, werd ich euch trotzdem nichts vormachen. 😜

 

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4 KOMMENTARE

  1. Liebe Mirjam, nun,… Ehrlichkeit währt am Längsten :), also hast du Alles richtig gemacht. Schließlich möchte man sich irgendwo wiederfinden können, Perfektion, wie du schon erwähnt hast, bringt niemand von uns mit. Bleib einfach du selbst und mach weiter so :).

  2. Da sagst du was…was mich aber fast noch mehr nervt..diese schreckliche Kommunikation auf Instagram.
    Jeder wird mit „liebes“ oder „süße“ angesprochen…bäh! Als ob man jemanden im echten Leben so ansprechen würde.
    Die Texte werden nicht gelesen, sondern es wird einfach schnell ein „du hast sooo recht/schönen Tag, liebes/du siehst toll aus“ hinterlassen….

    Ich freue mich, wenn du voll die krasse Influencerin bist :)!

    Liebe Grüße
    Stef

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