2016 haben wir Bernd Martini zum ersten Mal vorgestellt. Damals war er 75, lief viermal die Woche seine zehn Kilometer und trainierte fast jeden Abend am TRX. Heute, zehn Jahre später, ist Bernd bald 85 – und wer glaubt, diese Geschichte hätte inzwischen ein leiseres Ende gefunden, kennt Bernd nicht.

Zehn Jahre später, gleiches Studio

Vor ein paar Wochen habe ich Bernd bei uns im Beyers Aktivpark in Zirndorf getroffen – dort trainiert er nach wie vor regelmäßig. Gleicher Ernst bei der Sache, gleiche Freude daran. Manche Menschen reden übers Dranbleiben – Bernd bleibt einfach dran, seit Jahrzehnten, ohne Aufhebens.

Und er entwickelt sich weiter: Inzwischen hat er das Giboard in sein Training eingebaut – ein Balance-Board auf Slackline-Basis, das wir hier vor einiger Zeit vorgestellt haben. Mit bald 85 auf einem wackelnden Brett das Gleichgewicht trainieren: Das ist kein Übermut, sondern ziemlich genau das, was man mit 85 trainieren sollte. Dazu gleich mehr.

Warum Bernd vieles richtig macht – ohne je eine Studie gelesen zu haben

Was Bernd aus Freude und Gewohnheit tut, deckt sich erstaunlich genau mit dem, was die Sportwissenschaft für das Training im Alter empfiehlt:

Kraft zuerst. Ohne Gegenmaßnahmen verliert der Körper ab etwa 50 Jahr für Jahr Muskelmasse, und dieser Abbau beschleunigt sich im höheren Alter. Die gute Nachricht: Muskulatur reagiert auf Training in jedem Lebensalter – auch jenseits der 80 lassen sich Kraft und Muskelmasse messbar aufbauen. Bernds Ganzkörpertraining am TRX ist dafür ein solides Werkzeug: viele Muskelgruppen gleichzeitig, gelenkschonend, endlos variierbar.

Gleichgewicht bewusst trainieren. Stürze gehören zu den größten Gesundheitsrisiken im Alter – und das Gleichgewicht ist trainierbar wie ein Muskel. Genau hier setzt Bernds Giboard an: Das instabile Brett zwingt Fuß, Rumpf und Nervensystem, ständig kleine Korrekturen auszuführen. Dass ein bald 85-Jähriger das freiwillig in sein Programm nimmt, ist bemerkenswert – und klüger als so manches Maschinenzirkeltraining.

Ausdauer als Fundament. Das regelmäßige Laufen hält Herz und Kreislauf auf Kurs. Es muss dabei niemand Bernds Pensum nacheifern – schon zügiges Gehen bringt einen Großteil des Nutzens.

Und das Wichtigste: Beständigkeit schlägt Intensität. Bernds eigentliches Geheimnis steht in keinem Trainingsplan. Es ist die Beharrlichkeit, mit der er seit Jahrzehnten dranbleibt – nicht verbissen, sondern mit Lust. Die Forschung kennt kaum einen stärkeren Faktor für gesundes Altern als genau diese Regelmäßigkeit.


Die Original-Geschichte von 2016

So hat Mirjam Zeitler Bernd damals getroffen und porträtiert – wir lassen ihren Text unverändert, er ist Zeitdokument und Motivation zugleich:

Zu alt für Sport? Zu alt, um fit und beweglich zu sein?

Bernd (damals 75) hat solche Ausreden noch nie gelten lassen und hat sich sein Leben lang darum gekümmert, dass er auch im Alter noch fit und gesund ist. Bewegung war schon als Kind selbstverständlich für ihn, ob bei Spiel und Spaß, oder im Alltag. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Circa vier Mal in der Woche läuft Bernd 10 Kilometer und fast jeden Abend trainiert er im Fitnessstudio am TRX.

Bernd Martini beim Training

Fitness

Körperliche Fitness ist Bernd besonders deshalb wichtig, weil er dadurch die alltäglichen Aufgaben wie beispielsweise Hausarbeiten einfacher bewältigen kann und sich gut dabei fühlt. Fitness im Allgemeinen bedeutet für ihn aber nicht nur sportlich und beweglich zu sein, sondern auch geistig fit zu sein. Deshalb macht es sich Bernd zur Aufgabe, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Beispielsweise beschäftigt er sich auch gerne mit der neuen Technik und bedient sein Smartphone ganz leichtfertig.

Ernährung

Natürlich trägt zur körperlichen Fitness auch zu einem großen Teil die Ernährung bei. Darauf achtet Bernd und ernährt sich bewusst und gesund. So gibt es bei ihm beispielsweise Körnerbrot, Ei, Haferflocken mit (regionalem) Honig, Apfel und Banane, selbstgekochtes warmes Essen und gerne auch mal einen Eiweißriegel oder -shake. Eine Breze darf es natürlich auch gerne mal sein und abends genießt er gerne alkoholfreies Bier oder 1-2 Gläser Rotwein.

Ein gesundes Leben, so Bernd, legt er Jedem ans Herz. Denn so kann man das Leben einfach mehr genießen.

Bernd Martini am TRX

Im Beyers Aktivpark trainiert Bernd ausschließlich am TRX. Denn bei diesem Ganzkörpertraining mit dem eigenen Körpergewicht kann er immer wieder neue Übungen und Kombinationen ausprobieren. So wird es ihm bei den vielen Möglichkeiten niemals langweilig und er trainiert bei den einzelnen Übungen mehrere Muskelgruppen gleichzeitig.

Wie fit er wirklich ist, hat er mir bei unserem Treffen gezeigt (und mich ganzschön zum Staunen gebracht)…

Videos

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„Bei der Fitness ist es immer die Kombination von Veranlagung und die LUST, fit zu sein, die entscheidend ist.“ (Bernd Martini)

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Sein Tipp

Bernds Tipp gilt heute wie damals: drei Mal die Woche eine sportliche Aktivität verfolgen, die Spaß macht. Pflichtbewusst trainieren, aber dabei auf den Körper hören. Denn wer sich zu sehr quält, schadet nicht nur dem Körper, sondern verliert schnell den Spaß am Sport. Und die Freude an der Bewegung ist eben doch das Wichtigste.


Zehn Jahre liegen zwischen den beiden Begegnungen mit Bernd, und die eigentliche Botschaft ist dieselbe geblieben – sie hat nur an Beweiskraft gewonnen: Es ist nie zu spät anzufangen, und es gibt keinen Grund aufzuhören. Bernd hat mit 75 niemanden beeindrucken wollen und tut es heute erst recht nicht. Er macht einfach. Vielleicht ist genau das der ganze Trick.

Erstfassung September 2016 von Mirjam Zeitler. Aktualisiert im August 2026 nach einem Wiedersehen im Beyers Aktivpark – von Michael Leibrecht. Danke, Bernd. Mach weiter so!

Mirjam Kocher
Mimi ist Personal Trainerin (A-Lizenz), Yogalehrerin und Mitgründerin des Studios bewegt.sein. im Landkreis Fürth. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Kommunikations- und Medienbranche widmet sie sich ganzheitlichen Trainingskonzepten: von funktionellem Kraft- und medizinischem Fitnesstraining bis hin zu Ashtanga Vinyasa Yoga. Auf fitnessblog.de schreibt sie über alltagstaugliche Trainingsmethoden, funktionelle Bewegungsmuster und einen gesunden Lifestyle ohne Dogmen.

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